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Gütersloher Blatt / Aktuell / Aus aller Welt / Kältewelle in Europa fordert fast 100 Menschenleben
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Die Welt ist kein Dorf. Mit Berichten und Nachrichten in dieser Rubrik im Paderborner-Blatt können Sie von der Vielschichtigkeit unserer Welt erfahren.

Kältewelle in Europa fordert fast 100 Menschenleben

Immer mehr Tote durch Kältewelle in Europa Istanbul - Die Zahl der Toten durch die extreme Kältewelle in Europa steigt immer weiter. In Osteuropa fielen binnen 24 Stunden mindestens 29 Menschen den eisigen Temperaturen zum Opfer, damit wurden seit Beginn der Kältewelle vor einer Woche mindestens 87 Kältetote registriert.

Nach dem Sinken eines Frachters im Sturm im Schwarzen Meer werden acht Seeleute vermisst, Eis und Schnee sorgten in weiten Teilen Europas für Probleme.

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Seit Dienstag gab es in der Ukraine nach Angaben des Katastrophenschutzes 13 weitere Kältetote, die Zahl der Kälteopfer seit vergangenem Donnerstag stieg damit auf 43. Mehr als 800 Menschen mussten wegen Erfrierungen und Unterkühlung medizinisch behandelt werden. Seit Montag waren mehr als 3200 Schulen geschlossen, mehr als 400.000 Schüler erhielten ungeplante Ferien.

In Rumänien starben binnen 24 Stunden sechs weitere Menschen an den Folgen der Kälte, darunter nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Bukarest ein Baby, das in einem nicht geheizten Haus im Nordosten des Landes erfror. Seit Dienstag wurden mehr als 340 Menschen mit Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht. Das Thermometer fiel in der Nacht zum Mittwoch auf bis zu minus 32,5 Grad Celsius.

Aus Polen, Tschechien und der Slowakei wurden sieben neue Kälteopfer gemeldet. In Polen gab es zudem zahlreiche Fälle von Kohlenmonoxidvergiftung durch schlecht funktionierende Kohleöfen. Polens Innenminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysza rief die Bevölkerung zur Solidarität mit Obdachlosen auf: "Es ist nicht die Kälte, die die Leute tötet. Es ist die Teilnahmslosigkeit, die tötet." Bürger sollten den Behörden die Aufenthaltsorte von Obdachlosen melden, damit Hilfe geleistet werden könne.

In Bulgarien meldeten die Wetterstationen Rekordwerte von bis zu minus 31,4 Grad Celsius. Laut Medienberichten gab es seit Wochenbeginn zehn Kältetote. Mehr als 400 Schulen waren wegen ausgefallener Heizungen, unpassierbarer Straßen oder Grippewellen geschlossen.

Nach dem Schiffbruch eines Frachters im Schwarzen Meer wurden drei Seeleute gerettet. Acht weitere Besatzungsmitglieder des unter kambodschanischer Flagge fahrenden Schiffs werden noch vermisst, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Behördenangaben berichtete. Der mit Altmetall beladene Frachter war am Dienstagnachmittag auf dem Weg vom russischen Rostow nach Izmir in einem Sturm gesunken.

In Istanbul brach der Busverkehr bei Schneehöhen von bis zu einem halben Meter zeitweise zusammen. Am Istanbuler Atatürk-Flughafen fielen allein am Vormittag fast 90 Flüge aus. In Frankreich waren auf Korsika sowie im Südosten des Landes wegen starken Schneefalls mindestens 45.000 Haushalte ohne Strom. Auf Korsika, wo zwanzig bis vierzig Zentimeter Schnee lagen, kam es zu großen Verkehrsproblemen, Schulbusse fielen aus. In den französischen Voralpen starb ein Soldat, nachdem eine Lawine eine Gruppe von zehn Soldaten bei einer Übung mitgerissen hatte.

In Italien gab es nach heftigen Schneefällen zu Verspätungen im Zugverkehr, viele Schulen blieben geschlossen. Der Flughafen Bologna musste seinen Betrieb vorübergehend einstellen. Meteorologen erwarteten, dass die laufende Woche als die kälteste in Italien seit 27 Jahren in die Annalen eingehen wird.

In Deutschland führte der Kälteeinbruch zu zahlreichen Autopannen. Vermutlich hätten die Pannenhelfer des ADAC am Mittwoch eine Rekordzahl für diesen Winter von weit mehr als 20.000 Einsätzen absolvieren müssen, sagte eine Sprecherin des Automobilclubs in München und bestätigte damit einen Bericht der "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung".

©AFP 2012
Foto: Dimitar Dilkoff

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