Im Folgenden finden Sie Aktuelles aus der Kategorie Politik. Wir informieren Sie mit den wichtigsten Nachrichten über das politische Geschehen in Deutschland und der Welt.
Youssou N'Dour von Präsidentschaftswahl im Senegal ausgeschlossen
Dakar - Der weltbekannte Sänger Youssou N'Dour darf bei der Präsidentschaftswahl im Senegal in einem Monat nicht antreten. Das Verfassungsgericht des Landes begründete den Ausschluss N'Dours damit, dass der Sänger nicht genügend gültige Unterschriften gesammelt habe.
N'Dour will den Wahlausschluss nicht hinnehmen. Dass der greise Amtsinhaber Abdoulaye Wade hingegen für eine dritte Amtszeit antreten darf, löste in der Nacht gewaltsame Unruhen aus.
_____
Auf einer Liste des Verfassungsgerichts stehen die Namen von 14 Kandidaten. Neben Wade dürfen beim ersten Wahlgang am 26. Februar unter anderen drei frühere Regierungschefs sowie Oppositionsführer Ousmane Tanor Dieng kandidieren. N'Dour sammelte laut Gericht nur 8900 gültige Unterschriften und nicht die erforderlichen 10.000. Der Weltmusik-Star selbst hatte von fast 13.000 Unterschriften gesprochen.
In dem westafrikanischen Land schwelt seit geraumer Zeit ein Streit um die Zulässigkeit einer möglichen dritten Amtszeit Wades. Der 85-Jährige war im Jahr 2000 für sieben und im Jahr 2007 für fünf Jahre wiedergewählt worden. 2001 war die Begrenzung auf zwei fünfjährige Amtszeiten eingeführt worden, 2008 wurde die Verfassung abermals geändert und die siebenjährige Amtszeit wieder eingeführt. Wade argumentierte, er könne erneut kandidieren, da die Verfassungsänderungen rückwirkend keine Geltung hätten.
In der Hauptstadt Dakar lieferten sich nach der Entscheidung der Verfassungsgerichts oppositionelle Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei. Jugendliche Oppositionsanhänger errichteten Barrikaden, setzten Autoreifen in Brand und bewarfen die Polizisten mit Steinen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Schlagstöcke gegen die Demonstranten ein. Mindestens ein Polizist wurde getötet. Am Samstagmorgen beruhigte sich die Lage zunächst.
Präsident Wade sagte im Staatsfernsehen, die Menschen gingen aus einer Laune heraus auf die Straße, die Demonstrationen führten zu nichts. Seine Gegner forderte er auf, die Proteste zu beenden. Es gebe nur "fadenscheinige" Argumente gegen seine Kandidatur. Gleichzeitig versprach er einen fairen Wahlkampf: "Es wird keine Einschränkung von Freiheiten geben."
N'Dour habe Widerspruch gegen die Ablehnung eingereicht, sagte sein Sprecher Doudou Sarr. N'Dour werde "bis zum Ende" gegen den amtierenden Staatschef Abdoulaye Wade kämpfen und dazu einen Aktionsplan erarbeiten. "Das ist eine Ungerechtigkeit", sagte der Sprecher über den Ausschluss des Sängers und die zugleich verkündete umstrittene Zulassung Wades für eine weitere Kandidatur.
©AFP 2012
Foto: Fabrice Coffrini









