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Wie sicher ist der Salzstock in Gorleben wirklich?
Berlin - Gegner eines möglichen Atommüllendlagers Gorleben haben der zuständigen geologischen Untersuchungsbehörde des Bundes vorgeworfen, potenziell brisante Erkenntnisse über den Standort auszublenden.
Die von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) vorgelegten Bewertungen ignorierten den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Diskussion, teilte die Rechtshilfe Gorleben in Gartow unter Verweis auf ein in ihrem Auftrag erstelltes Gutachten mit, das am Abend offiziell vorgestellt werden soll.
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Der mit der Untersuchung betraute Geologe komme allein auf der Basis einer "intensiven Literaturrecherche" zu der Einschätzung, dass der als möglicher Endlagerstandort untersuchte Salzstock Gorleben in einer aktiven geologischen "Störungszone" liege und das sich potenziell erdgashaltige Schichten unter ihm befänden. Diese Erkenntnisse würden in den vier analysierten BGR-Bewertungen aus den Jahren 2007 bis 2011 "komplett ausgeblendet", erklärte die Rechtshilfe.
"Offenbar hat die frühe Fixierung auf Gorleben bei der Behörde zu einer einseitigen Wahrnehmung geologischer Phänomene und zum Ausblenden kritischer Fakten geführt. Vor diesem Hintergrund ist sicher nicht zu erwarten, dass die BGR zu einer ergebnisoffenen Bewertung der Eignung des Salzstockes in der Lage ist", teilte die Vereinigung mit, die mit den verschiedenen atomkritischen Initiativen der Region um Gorleben sowie Umweltschutzgruppen zusammenarbeitet.
Gorleben wird derzeit auf seine Eignung als Endlager untersucht, was noch etliche Jahre dauern wird. Bis 2013 läuft eine "vorläufige Sicherheitsanalyse", bei der auf der Basis vorliegender Forschungsergebnisse erste Einschätzungen abgegeben und der weitere Prüfbedarf ermittelt werden soll. Parallel laufen weitere geologische Untersuchungen, die sich auch auf das seit langem bekannte Vorkommen von Kohlenwasserstoffen, also erdöl- und erdgasähnlichen Stoffen, in dem Salzstock beziehen. Kritik an den geologischen Gegebenheiten Gorlebens und den Untersuchungen ist nicht neu. Schon im Februar hatte Greenpeace der BGR vorgeworfen, sie stelle hinsichtlich der Gasfunde nicht den Wissensstand dar.
Gorleben ist nach Einschätzung zahlreicher Atomkraftgegner aus geologischen Gründen prinzipiell ungeeignet. Sie fordern eine Endlagersuche auch an anderen Standorten. Das dafür zuständige Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) plädiert ebenfalls für eine vergleichende Suche. Bundesregierung und Bundesländer hatten Anfang November vereinbart, die Endlagerfrage im "nationalen Konsens" zu lösen und eine "ergebnisoffene" Suche zu beginnen. Details dazu fehlen bislang aber. Ein Gesetz zur Endlagersuche soll erst im kommenden Jahr vorgelegt werden.
©AFP 2011
Foto: Rainer Jensen










