Suizidversuch von Rumäniens Ex-Ministerpräsident Adrian Nastase
Bukarest - Kurz nach seiner endgültigen Verurteilung zu zwei Jahren Haft wegen Korruption hat der frühere rumänische Ministerpräsident Adrian Nastase versucht, sich das Leben zu nehmen.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sowie der Nachrichtenagentur Mediafax geschah der Suizidversuch, als Polizisten Nastase am Mittwochabend abholen und ins Gefängnis bringen wollten. Später erklärte sein Anwalt, der 61-Jährige sei bei Bewusstsein.
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Der Staatsanwalt sei von der Polizei über Nastases Suizidversuch informiert worden, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft in Bukarest. Mediafax berichtet, zwei Polizisten seien am Abend zu Nastases Haus gefahren, um ihm den Haftbefehl zu überbringen und ihn ins Gefängnis zu geleiten. Dann habe Nastase darum gebeten, noch ein paar Bücher holen zu dürfen und den Raum verlassen. Wenig später habe er eine Waffe gegen sich gerichtet.
AFP-Reporter berichten vom Ort seines Wohnhauses, dass der frühere Regierungschef bewusstlos auf einer Trage in den Rettungswagen geschoben wurde. Sein Anwalt Ioan Cazacu sagte später, Nastase sei bei Bewusstsein und habe die Augen geöffnet. "Ich habe einen Mann gesehen, der um sein Leben kämpfen will", sagte er. Mediafax zufolge sollte Nastase operiert werden, um die feststeckende Kugel aus seinem Hals zu entfernen.
Der derzeitige rumänische Ministerpräsident Victor Ponta besuchte seinen Vorgänger im Krankenhaus. "Ich hoffe, er erholt sich wieder", sagte er anschließend. Nastase gilt als politischer Ziehvater Pontas. Beide gehören der Sozialdemokratischen Partei an.
Nastase war von 2000 bis 2004 Ministerpräsident. Das Oberste Gericht in Bukarest hatte ihn am Mittwoch wegen der Veruntreuung von 1,5 Millionen Euro im Wahlkampf 2004 verurteilt, als er sich zur Wiederwahl stellte. Das Gericht wies einen Berufungsantrag des ehemaligen Regierungschefs gegen ein entsprechendes früheres Urteil zurück. Nastase hatte die Vorwürfe gegen ihn stets bestritten und von einem "politischen Prozess" gesprochen.
Der Prozess gegen Nastase war auch im Ausland verfolgt worden. Das 2007 der EU beigetretene Land und vor allem seine Justiz stehen unter Beobachtung Brüssels. Experten werteten das Urteil gegen den früheren Regierungschef als "neue Ära für die rumänische Justiz" im Kampf gegen die Korruption.
©AFP 2012
Archivfoto: Daniel Mihailescu








