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Viele Arbeitnehmer gehen vorzeitig in Rente
Berlin - Fast jeder zweite Beschäftigte in Deutschland geht laut einem Pressebericht inzwischen vorzeitig in Rente und muss dafür finanzielle Einbußen hinnehmen.
Im Durchschnitt fiel bei diesen Frührentnern im Jahr 2010 die Rente um monatlich 113 Euro geringer aus, wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Zahlen der Deutschen Rentenversicherung berichtete.
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Demnach bezogen im vergangenen Jahr knapp 674.000 Versicherte erstmals eine Altersrente. 47,5 Prozent von ihnen oder fast 320.000 mussten dabei Einbußen in Kauf nehmen, weil sie nicht bis zur Regelaltersgrenze von 65 Jahren arbeiteten. Damit war fast jeder zweite Neurentner betroffen.
Fünf Jahre vorher waren dem Bericht zufolge 41,2 Prozent von Abschlägen betroffen, 2000 nur 14,5 Prozent. Auch die Höhe der Abschläge legte demnach in den vergangenen zehn Jahren kräftig zu, um knapp 80 Euro auf den aktuellen Wert von 113 Euro. Im Durchschnitt gingen die Frührentner drei Jahre und zwei Monate vorher in Ruhestand. Ein Rentner, der 45 Jahre lang das Durchschnittseinkommen aller Versicherten bezog, erhält heute eine Monatsrente von 1236 Euro.
Die Vorsitzende des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher, warnte mit Blick auf die schrittweise Erhöhung der Renteneintrittsalters auf 67 Jahre davor, dass sich die Situation noch verschärfen wird. "Die Gefahr von Altersarmut wird wachsen", sagte sie der Zeitung. Für viele Ältere sei es eine Illusion, ohne oder nur mit geringen Abschlägen in Rente zu gehen. "Derzeit bieten weder der Arbeitsmarkt noch die Personalpolitik der Unternehmen Anhaltspunkte dafür, dass ein Arbeiten bis zur Regelaltersgrenze zur Normalität wird."
Kritik kam auch von Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). "Solange die Beschäftigten kaum eine Chance haben, bis 65 zu arbeiten, ist die Rente mit 67 ein reines Rentenkürzungsprogramm", sagte Buntenbach. Sie forderte, "Arbeitgeber, die nicht in die Gesundheit ihrer Beschäftigten investieren, an den finanziellen Folgen der Frühverrentung zu beteiligen".
Zum 1. Januar 2012 tritt das Gesetz zur Rente mit 67 in Kraft. Es sieht vor, dass sich ab 2012 das reguläre Renteneintrittsalter pro Jahr zunächst um einen Monat nach hinten schiebt, ab 2024 sind es dann pro Jahr zwei Monate. Ab dem Jahr 2031 liegt der Renteneintritt dann bei vollen 67 Jahren.
©AFP 2011
Archivfoto: Matthias Hiekel









