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Gütersloher Blatt 05
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Experten: Billige Autos sind die Zukunft

Experten sagen nach Informationen der überregionalen Tageszeitung "Die Welt" günstigsten Fahrzeugen das größte Wachstum im weltweiten Autogeschäft voraus. Das stelle die deutschen Konzerne, die vor allem im Premiumgeschäft stark sind, vor große Herausforderungen.

"Die größten Chancen, die Automobilwelt nachhaltig zu verändern, haben die Billigautos", sagt Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen. "Derzeit werden rund 6,5 Millionen Billigautos pro Jahr weltweit verkauft. Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage bis 2030 auf 25 Millionen Fahrzeugverkäufe pro Jahr steigt", so Dudenhöffer. "Wer Marktführer im Automarkt weltweit sein will, kommt um ein Angebot in dieser Kategorie nicht vorbei." Was als Billigauto gelten kann, ist von Region zu Region ganz unterschiedlich. In aller Regel versteht man darunter Fahrzeuge, die 35 Prozent unter den Preisen von durchschnittlichen Modellen dieses Marktes liegen.

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Insgesamt sei der deutsche Markt für Fahrzeuge unter 8000 Euro sehr klein, räumt Dudenhöffer ein. 2011 wurden gerade mal 8031 Fahrzeuge verkauft, deren Listenpreis unter dieser Grenze liegt. Aber der Erfolg von Anbietern wie der Renaulttochter Dacia zeige, dass selbst in einem anspruchsvollen Automarkt wie dem deutschen gute Wachstumschancen für Billigautos bestünden. "Wir denken, dass Autos dieser Kategorie auch hierzulande ein Potenzial von mehr als 100.000 Verkäufen pro Jahr haben", so Dudenhöffer. Das große Geschäft mit Billigautos wird allerdings in den Schwellenländern zu erwarten sein - und dort sind auch die Wachstumszahlen seit Jahren am größten.

Auch in China, wo sich bereits mit Beginn der Massenmotorisierung teurere Autos glänzend verkaufen, wird die Nachfrage nach Billigautos aller Voraussicht nach stark steigen. In vielen Städten der Volksrepublik ist die Verkehrsdichte kaum mehr zu steigern, in einigen Megacities gibt es seit 2011 Beschränkungen der Fahrzeugverkäufe. Auf dem Land ist die Situation jedoch anders: "Im Umkreis von 50 bis 300 Kilometer um die Zentren entwickelt sich die Motorisierung rasch. Je weiter die Grenze vom Zentrum einer Megacity entfernt ist, umso geringer ist das Pro-Kopf-Einkommen. Je geringer das Einkommen, umso höher das Potenzial für Low Cost Fahrzeuge", sagt Dudenhöffer. Der Experte beklagt das mangelnde Angebot deutscher Hersteller, ein Modell wie der Up von VW eigene sich ausschließlich für hoch entwickelte Automärkte. Hyundai habe es geschafft, in Indien den Eon D-Lite für umgerechnet 4.009 Euro anzubieten.

Die Kooperation von VW und Suzuki, deren Ziel ein Billigauto war, sei dagegen vorerst gescheitert. Damit hätten die Wolfsburger eine sehr große Lücke. "VW ist im am schnellsten wachsenden Segment in den Emerging Markets, nicht vertreten", so Dudenhöffer. "Gelingt es VW nicht, bei Billigauto einen Ansatz zu finden, wird Hyundai-Kia noch vor dem Jahr 2020 die VW-Gruppe als Weltmarktführer überholen."

©dts Nachrichtenagentur
Foto: dts Nachrichtenagentur

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