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Über eine Million Malaria-Tote
Paris - An Malaria sterben weltweit weit mehr Menschen als bisher bekannt: 1,2 Millionen Menschen fielen im Jahr 2010 der Tropenkrankheit zum Opfer und damit fast doppelt so viele wie bisher vermutet, wie eine neue US-Studie ergab.
Auch viele Erwachsene und ältere Kinder sterben daran und nicht nur überwiegend Kleinkinder. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) war von insgesamt 655.000 Malaria-Toten im Jahr 2010 ausgegangen.
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Für ihre im Wissenschaftsmagazin "The Lancet" veröffentlichte Studie nutzten die Wissenschaftler der in Seattle beheimateten Universität von Washington nun eine breitere Datenbasis: Nach eigenen Angaben griffen sie auch auf die Befragung von Angehörigen unlängst Verstorbener zurück, weil in vielen Ländern die Todesursache oft nicht genau ermittelt wird.
Wie die WHO kamen auch die US-Forscher zu dem Schluss, dass die meisten Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren auftraten. Allerdings liegt bei ihnen der Anteil der Todesfälle bei älteren Kindern und Erwachsenen mit 42 Prozent höher als bei der WHO.
Die Studie meldet jedoch auch Fortschritte im Kampf gegen die Tropenkrankheit: Demnach war die Zahl der Malaria-Toten zwar seit 1985 jedes Jahr angestiegen, jedoch wurde im Jahr 2004 der Höhepunkt mit 1,8 Millionen Toten erreicht - seitdem gehe die Zahl der Todesfälle wieder zurück. Zwischen 2007 und 2010 war der Rückgang laut der Studie besonders stark: jährlich um mehr als sieben Prozent. Vor allem in Afrika wirkte sich dies aus, in Ländern wie Tansania und Sambia überdurchschnittlich stark. Als Grund geben die US-Forscher bessere Medikamente und die Verteilung imprägnierter Moskito-Netze an.
Zwar gibt es eine wirksame Malariatherapie, zu der aber längst nicht alle Zugang haben. Millionen von Infizierten können sich das Kombinationspräparat, das als wesentlichen Bestandteil den Wirkstoff Artemisinin enthält, nicht leisten. Die Substanz wird aus dem vor allem in China und Vietnam wachsenden Einjährigen Beifuß gewonnen.
Malaria wird durch Parasiten verursacht, die durch die Stiche infizierter Mücken übertragen werden. Die Tropenkrankheit führt über einen Befall der Leber zur Zerstörung der roten Blutkörperchen, zu Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Unbehandelt kann die Krankheit schnell lebensbedrohlich werden, wenn die Blutversorgung lebenswichtiger Organe gestört wird.
©AFP 2012
Archivfoto: Tony Karumba











