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Gütersloher Blatt / Magazin / Gesundheit / Wohnortabhängige Antibiotika-Vergabe an Kinder

Gesundheit ist das höchste Gut. Dazu liefern wir Ihnen in unserer Online-Zeitung an dieser Stelle aktuelle Nachrichten.

Wohnortabhängige Antibiotika-Vergabe an Kinder

Antibiotika-Vergabe an Kinder hängt auch vom Wohnort abGütersloh - Die Verschreibung von Antibiotika für Kinder hängt nach einer neuen Studie nicht nur von der Art der Erkrankung, sondern auch von ihrem Wohnort und der Wahl des Arztes ab.

Wie der "Faktencheck Gesundheit" von der Bertelsmann Stiftung ergab, erhalten Kinder in manchen Kreisen im Nordosten Deutschlands etwa doppelt so häufig Antibiotika wie Kinder in manchen Kreisen Süddeutschlands. Auch gibt es demnach zwischen Haus-, Kinder- und Hals-Nasen-Ohrenärzten einen deutlichen Unterschied im Umgang mit der Verschreibung der Antibiotika.

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Die Bertelsmann-Stiftung stützt ihre repräsentative Studie im Wesentlichen auf Daten von Versicherten der Krankenkasse Barmer GEK. Antibiotika werden demnach am häufigsten Kindern im Kindergartenalter von drei bis sechs Jahren verschrieben, in dieser Gruppe erhielt im Jahr 2009 mehr als jedes zweite Kind mindestens ein Antibiotikum pro Jahr. Die Altersgruppe der Null- bis Zweijährigen kam mit 44,9 Prozent auf die zweitgrößte Verschreibungshäufigkeit. Ab dem siebten Lebensjahr nimmt die Zahl der Verschreibungen spürbar ab, im Erwachsenalter erhielt jeder Dritte ein Antibiotikum verschrieben.

Regional betrachtet fiel den Machern der Studie auf, dass in manchen Landkreisen jedes zweite Kind oder jeder zweite Jugendliche Antibiotika erhielt, in anderen aber weniger als jeder Dritte der Altersgruppe null bis 17 Jahre. Mit 50,6 Prozent gibt es in Sachsen-Anhalt die meisten Antibiotika-Verordnungen, gefolgt vom Saarland (46 Prozent) und Thüringen (44 Prozent).

Auffällig sei auch, dass in grenznahen Kreisen zu den Niederlanden, Belgien, Tschechien oder Polen viel mehr Antibiotika verschrieben werden als in anderen Regionen. Die wenigsten Verordnungen gab es in Schleswig-Holstein (31,1 Prozent), Bremen (33,6 Prozent) und Baden-Württemberg (33,8 Prozent).

Genaue Ursachen für die regionalen Unterschiede konnten die Studienmacher allerdings nicht ausmachen. Diesen fiel außerdem auf, dass es große Unterschiede zwischen den Facharztgruppen gibt. Bei nicht eitrigen Mittelohrentzündungen, bei denen nach den Leitlinien nur in Ausnahmefällen Antibiotika gegeben werden sollen, verordnete demnach dennoch jeder dritte Hausarzt ein Antibiotikum.

Bei den Kinderärzten tat dies nur jeder Sechste, bei den HNO-Ärzten nicht mal jeder Zehnte. Bei Lungenentzündungen, bei denen Antibiotika gegeben werden sollen, verschrieben diese 80 Prozent der Kinderärzte. Bei den Hausärzten dagegen nur 66 Prozent.

©AFP 2012
Archivfoto: Anne-Christine Poujoulat

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