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Taviani-Brüder gewinnen Goldenen Bären der Berlinale
Berlin - Der italienische Film "Cesare deve morire" (Cäsar muss sterben) über Theaterproben in einem Gefängnis in Rom hat die diesjährige Berlinale gewonnen.
Dies verkündete der britische Jury-Präsident Mike Leigh. Silberne Bären erhielten unter anderem Christian Petzold für die Regie in dem Drama "Barbara" und der Kameramann Lutz Reitemeier für seine Arbeit an einem chinesischen Historienfilm.
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Der dokumentarische Film "Cesare deve morire" führt in den Hochsicherheitstrakt der römischen Strafanstalt Rebibbia, wo Insassen Shakespeares "Julius Cäsar" proben. Die Brüder Paolo und Vittorio Taviani machen bereits seit 1962 Filme und äußerten sich bei der Preisverleihung begeistert über den Goldenen Bären.
Den Silbernen Bären der Jury erhielt der 37-jährige Ungar Benedek "Bence" Fliegauf für seinen Film "Csak a szél" (Nur der Wind). Ausgehend von realen Morden an acht Roma schildert der Film die Stimmung, aus der Gewalt gegen Minderheiten entsteht.
Leigh betonte die "große Harmonie" und den "Sinn für Humor" in der Jury. Diese vergab zusätzlich zu den traditionellen Preisen einen Silbernen Bären als Sonderpreis an die Schweizer Regisseurin Ursula Meier für ihren Film "L'enfant d'en haut" (Schwester).
Als bester Schauspieler wurde der Däne Mikkel Boe Følsgaard geehrt. Er stellt in "En kongelig affære" (Die Königin und der Leibarzt), einem historischem Politthriller und Liebesfilm, den schizophrenen König Christian VII. dar. Dieser Film erhielt außerdem den Silbernen Bären für das beste Drehbuch.
Die Laiendarstellerin Rachel Mwanza aus Kongo bekam den Silbernen Bären für ihre Leistung in "Rebelle" (Rebellin), einem Film über Kindersoldaten in Afrika. Bei der Dankesrede der erst 15-Jährigen flossen im vollbesetzten Berlinale-Palast Tränen.
Die Jury entschied sich, Christian Petzold für seine Regie in "Barbara" zu ehren. Als zweiter Deutscher erhielt Kameramann Lutz Reitemeier einen Silbernen Bären für eine herausragende künstlerische Leistung. Reitemeier hatte in dem chinesischen Historienfilm "Bai lu yuan" (Die Ebene des Weißwedelhirschs) Kamera geführt.
Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) erklärte, Petzolds Film habe ihn "tief beeindruckt". Den Bären für Reitemeier nannte er eine "verdiente Bestätigung für seine ästhetische und präzise Bildsprache".
Der Alfred-Bauer-Preis für Innovation ging an "Tabu", einen Film aus Portugal um drei Frauen, in dem Regisseur Miguel Gomez zahlreiche Vorbilder aus der Filmgeschichte zitiert.
Im Wettbewerbsprogramm der 62. Internationalen Filmfestspiele hatten 18 Filme um den Goldenen Bären konkurriert. Am Mittwochabend war die US-Schauspielerin Meryl Streep bereits mit dem Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden.
©AFP 2012
Foto: Tim Brakemeier










