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Motorradland Thüringen - Einladung zu einer virtuellen Motorradtour
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Suhl (Thüringen). Wo Natur und Kultur die wertvollsten Schätze sind und die Erinnerung an Luther, Bach, Schiller und Goethe lebt, lockt das Reiseland Thüringen in der geographischen Mitte Deutschlands mit Unmengen von Kurven auf gut ausgebauten Straßen in einer abwechslungsreichen Landschaft. Erholen im größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands, reisen zu imposanten Burgen und Schlössern, entspannen und relaxen bei Kur und Wellness sowie das Erleben historischer Städte mit ihrem vielfältigem Kulturangebot - das ist es, was der Gast mit Thüringen verbindet.
Beginnen wir unsere virtuelle Motorradtour in der Mitte des Thüringer Waldes, in der Berg- und Waffenstadt Suhl, dem Geburtsort der legendären „Schwalbe“ und AWO – dem idealen Ausgangspunkt zur Erkundung des Rennsteigs. Übrigenss ist hier auch die Bobfahrerlegende Andreas Lange geboren, der in diesen Tagen als erfolgreicher Olympia-Teilnehmer von sich reden macht. Er ist hier aufgewachsen und trainiert auch heute noch regelmäßig auf der Bobbahn Oberhof.
Nach Eisenach, dem Beginn des Rennsteiges im Nordwesten, sind es 70 Straßenkilometer, nach Blankenstein, dem südlichsten Zipfel des berühmten Höhenwanderweges 80. Vor Abfahrt lädt das Fahrzeug- und das Waffenmuseum zu einem Rundgang ein. Die Fahrt geht Richtung Meiningen, biegt aber schon in Dietzhausen ab in Richtung Marisfeld. Über schmale, aber gut ausgebaute Waldstraßen geht die Reise durch den „kleinen Thüringer Wald“, einem Höhenzug südlich parallel zum Rennsteig. Steigungen von 17 % durch enge Waldschluchten führen zu Höhenwegen mit Sicht auf den Dolmar, die nahegelegene Rhön, bis hin zum Frankenwald in das Henneberger Land.
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Schwungvolle Kurven
Nach schwungvollen Kurven stoßen wir auf die eindrucksvolle Anlage des ehemaligen Chorherrenstifts Veßra, dem heutigen Hennebergischen Museum. Von hier geht es in die schöne alte Stadt Schleusingen. Auf 400 m Höhe NN am südlichen Abhang des Thüringer Waldes gelegen wacht über der Stadt die nach Süden gerichtete monumentale Anlage der Bertholdsburg. 1232 erstmalig als villa Slusungen erwähnt, 1412 mit Stadtrecht bedacht war sie bis 1583 Sitz der Grafen von Henneberg. Mittelpunkt der Stadt ist der mit alten Linden umsäumte Marktplatz, den ein aus dem Jahre 1710 stammender Marktbrunnen mit dem Standbild der Gräfin Elisabeth von Henneberg ziert. Ein Ensemble städtebaulich und historisch wertvoller Gebäude findet der Betrachter rings um den Markt und im Stadtbereich. Über diesen fahren wir in Richtung Ilmenau. Ein kleines Stück auf der B4 gefahren, biegen wir in Hinternah nach Waldau ab. In dem kleinen Ort Waffenrod gibt die Hochstraße einen traumhaften Blick nach Norden auf den Rennsteig frei.
Von hier geht es über ein kurzes Stück Bundesstraße nach Neuhaus am Rennweg, die dortige Bezeichnung für den Rennsteig, dann weiter über kurvige, gut ausgebaute Landstraßen zu einem technischen highlight, der Oberweißbacher Bergbahn, Sie ist die steilste Standseilbahn der Welt, auf der normalspurige Eisenbahnwagen befördert werden können und wurde 1919 bis 1923 gebaut, vor allem, um Wirtschaftsgüter in die Bergdörfer zu transportieren. Von der Talstation in Obstfelderschmiede im Schwarzatal quält sie sich durch die Metzeltschlucht hinauf zur Bergstation Lichtenhain. Der Zug hat dann einen Höhenunterschied von 320 Metern überwunden. Bei klarem Wetter kann man oben den Panoramablick bis zu 60 km über's Thüringer Land genießen und den Naturpark Schiefergebirge im Südosten Thüringens mit 80.000 Hektar hoher, bewaldeter Berge, von Bachtälern wie zerschnitten.
Wellige Hochflächen prägen das zentral gelegene Oberland, von dem der Blick weit ins Land reicht. Im Tal der Oberen Saale liegen die zwei Stauseen "Hohenwarte" und "Bleiloch", die im Volksmund als "Thüringer Meer" aufgewertet werden. Bekannt wurde das Gebiet durch das "Blaue Gold Thüringens" - den Dachschiefer. Schieferbrüche zeugen noch heute von dem jahrhundertealten Bergbau. Das technische Denkmal "Historischer Schieferbergbau Lehesten" und die dortige Dachdeckerschule führen Besuchern ihre althergebrachte Technik vor. Es zieht sich als etwa 20 Kilometer breite, nach Südosten geneigte Hochfläche bis zum Tal der Weißen Elster bei Greiz hin. Neben Kaolinerde, Alaun und Eisenerz bescherte vor allem der Schiefer vielen Menschen bescheidenen Wohlstand. In den traditionellen Schieferabbaugebieten laden Dörfer mit Schieferhäusern im Postkartenformat die Besucher ein und sind durchaus ein weiteres Ziel für eine Motorradtour.
Ilmenau, alte Porzellan- und Glasmacherstadt
Aber unser Ziel liegt im westlichen Thüringer Wald. So geht es weiter durch hohe Nadelwälder vorbei an saftigen Bergwiesen nach Ilmenau, der alten Porzellan- und Glasmacherstadt am Nordrand des Rennsteigs, für die Goethe 1780 als Steuerberater (!) arbeitete. Vom Kickelhahn gibt’s einen traumhaften Blick umsonst. Die heutige TU ist hervorgegangen aus dem 1894 gegründeten Technikum für Maschinenbau und Elektrotechnik.
Wieder rauf auf den Rennsteig geht’s nach Oberhof. Wir nehmen aber nicht die B4 sondern die schmalere, erst 2001 hervorragend sanierte Landstraße zum Dreiherrenstein, weiter über Allzunah, die Rennsteigkreuzung über die Schmücke, die zum Verweilen bei einer echten Thüringer Bratwurst und herrlichem Blick nach Norden einlädt, nach Oberhof. Die Wintersportmetropole hatte in den 20er Jahren den höchstgelegenen Golfplatz Deutschlands und bietet alljährlich bis zu 25.000 Zuschauern Spaß und Spannung bei den Biathlon weltcups in der Rennsteigarena. Nach einem rasanten turn auf der Bobbahn von Hoppe, Schauerhammer und Co geht’s vorbei an den Schanzen im Kanzlersgrund durch das wohl längste Dorf Thüringens Ober-/ Unterschönau/ Herges- und Steinbachhallenberg nach Rotterode. Eine traumhafte Hochstraße lädt zum cruisen ein und gibt einen weiten Blick nach Südwesten auf das SüdThüringer Unterland frei.
Spitzkehren und langgezogene Kurven
Einige Spitzkehren und langgezogene Kurven weiter rauscht auf unserer linken Seite der Trusetaler Wasserfall und kurz danach winken uns Zwerge aus dem eigens ihnen gewidmeten Park. Da diese eher eine jüngeren Zielgruppe begeistern, geht unsere Fahrt weiter über die gut ausgebaute Straße zum Inselsberg – ein Traum von einem Ausblick über das Erfurter Becken, eine fruchtbare Ebene nördlich des Rennsteigs, bis zum 120 km entfernten Brocken. Von hier aus sehen wir schon das nächste Ziel unserer Reise, die Wartburg. Wieder runter vom Inselsberg über die 1 km lange Zufahrtsstraße mit Kopfsteinpflaster, bei dem man hofft, daß es jetzt bitte nicht regnen möge, geht es weiter über die kurvenreiche L1127 durch den malerischen Ort Brotterode (nicht verwechseln) in Richtung Ruhla. Hier lädt Thüringen zum „Schnell-Wandern“ ein. Im mini-a-thür ist es ein Katzensprung von Goethes Gartenhaus in Weimar zum Lutherhaus nach Eisenach, vom Schloß Molsdorf bei Arnstadt zum Zeiss - Planetarium in Jena oder zur Wartburg im Miniaturformat. Nachdem wir uns einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten verschafft haben, die wir auf unserer Reise nicht gesehen haben (aber Anlaß für einen neuen Besuch in Thüringen sein sollten), lassen wir in gut ausgebauten engen Kurven die Fußrasten noch mal schleifen, um zur B19 in Richtung Eisenach zu fahren.
Diese Straße hat was Gemeinsames mit ihrem großen Vetter in den USA, auf etwa 3 km Länge geht es rauf und runter, wie auf einer Achterbahn und wenn man (ausnahmsweise) mal die Tachonadel über die 100 gehen läßt (sofern der Verkehr es zuläßt), fühlt man tatsächlich so. Über den Rennsteig an der „Hohen Sonne“ und die sich daran anschließende Bergrennstrecke geht es bergab nach Eisenach und scharf links hoch über die neu ausgebaute Zufahrtsstraße zur Wartburg, die sich uns bereits einige Kurven vorher zeigt. Sie ist seit 1999 UNESCO-Welterbe und durch zahlreiche weltberühmte Persönlichkeiten und historische Ereignisse bekannt. So z. B. die mildtätige Landgräfin Elisabeth, die nach ihrem Tode heilig gesprochen wurde, die Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche durch Martin Luther oder als Geburtsstadt Johann Sebastian Bachs. Der Sage nach 1067 oberhalb Eisenachs gegründet, bekriegten sich im 13. Jahrhundert hier die Minnesänger.
Auf zur Rhön
Nach Rittersaal und Nordturm satteln wir die Rösser und fahren durch die Stadt auf der B84 in Richtung östliche Rhön, dem sich im Westen des Thüringer Waldes anschließenden Mittelgebirge mit seiner höchsten Erhebung, der Wasserkuppe, für die die Zeit heute leider nicht reicht (noch ein Grund, wieder zu kommen). Wir fahren durch eine wunderschöne Allee, Teil der gleichnamigen, Deutschland durchziehenden Straße. Vorbei an Bad Salzungen, wo bereits im Mittelalter Salz gewonnen, und 1840/41 eine Tiefbohrung eine so reiche Sole zutage brachte, dass 1848 der ganzjährige Kurbetrieb eingeführt wurde. Mit dem Keltenbad, einem Gradierwerk, in dem die salzhaltige Sole über ein Schwarzdorn- Reisiggeflecht rieselt und zerstäubt, um Beschwerden von der Nasenschleimhaut bis in die kleinsten Lungenbläschen zu heilen, ist diese Stadt eine der vielen Kurorte Thüringens.
In Kaltennordheim folgen wir der L1124 nach Meiningen, wo bei einem kurzen Zwischenstopp das Schloß Elisabethenburg unsere Aufmerksamkeit findet. Nach einem Kaffe auf dem schönen Marktplatz dieser mittelalterlichen kulturgeschwängerten Stadt geht es zurück nach Suhl, dem Ausgangspunkt unserer Reise zu einem schönen, nach einer Strecke von knapp 390 km sicherlich wohlverdienten Bierchen im Garten der bikerhuette.de im FRIZ. Vielleicht war dieser virtuelle Querschnitt durch den Thüringer Wald Anlaß, diese Strecke einmal selbst zu fahren? Darauf freut sich
Euer Tourguide
Uwe Lochefeld
Bikerhütte
Neundorferstr. 28
98527 Suhl
Tel.: 0 36 81 / 79 10 0
Fax.: 0 36 81 / 79 10 99
E-Mail:
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Homepage: www.bikerhuette.de
Dies ist ein Beitrag im Rahmen unserer Themenwoche „Wunderbares Thüringen“
01. bis 07. März 2010
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