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Milliardenprojekt "Stuttgart 21" droht womöglich neuer Ärger

Gegner des Bahnprojekts gingen auch am Freitag in Stuttgart auf die Straße.Hamburg/Stuttgart - Dem umstrittenen Großprojekt "Stuttgart 21" droht womöglich neuer Ärger. Nach einem "Spiegel"-Bericht könnte die im Zusammenhang mit dem Bahnhofsneubau geplante ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke Wendlingen-Ulm um mindestens zwei Milliarden Euro teurer werden als von der Deutschen Bahn berechnet.

"Ich gehe davon aus, dass die Strecke am Ende mehr als fünf Milliarden kosten wird", sagte der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Bundestags, Winfried Hermann (Grüne), dem Magazin.

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Diese Kostenexplosion will Hermann mit einem Verkehrsgutachten belegen, das die Grünen am Mittwoch in Stuttgart vorstellen wollen. Laut jüngsten Schätzungen der Deutschen Bahn vom Juli soll der Bau der ICE-Strecke rund 2,9 Milliarden Euro kosten und damit 865 Millionen mehr als ursprünglich geplant. Schon jetzt streiten sich Bund, Länder und Bahn darüber, wer die Mehrkosten zu tragen hat.

Gegen das Projekt "Stuttgart 21" gingen in der baden-württembergischen Landeshauptstadt am Freitagabend erneut zehntausende Menschen auf die Straße. Die Veranstalter des Aktionsbündnisses gegen "Stuttgart 21" sprachen von bis zu 65.000 Menschen, die sich am Protestzug durch die Stadt beteiligten. Mehrere Aktivisten besetzten den Angaben zufolge symbolisch zwei Bäume im Schlossgarten, die wegen des Projekts gefällt werden sollen.

Seit Beginn der Abrissarbeiten von Teilen des bisherigen Stuttgarter Hauptbahnhofs haben die Gegner des Milliardenprojekts tausende Unterstützer mobilisiert. Für Montag ist die nächste Demonstration geplant. Voraussichtlich am kommenden Freitag soll es ein Spitzentreffen von Gegnern und Befürwortern geben, an dem unter anderem auch Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) teilnimmt. Das Aktionsbündnis hatte aber zur Voraussetzung gemacht, dass die Abbrissarbeiten zuvor ruhen.

©AFP 2010
Foto: Uwe Anspach

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