Dienstag, 22. Mai 2012 l 01:54 Uhr

twitter

rss-logo

spacer

Banner
Banner
Gütersloher Blatt / Netzwelt / Koalition streitet weiter über Vorratsdatenspeicherung
Banner

Nachrichten zu Hard- und Software, Praxishinweise, interessante Entwicklungen, rechtliche Tipps und weitere News die zeigen, dass die Welt immer internetter wird.

Koalition streitet weiter über Vorratsdatenspeicherung

Neuer Koalitionsstreit über VorratsdatenspeicherungBerlin - Eine neue Studie zum Nutzen der Vorratsdatenspeicherung für die Strafverfolgung heizt den Koalitionsstreit über die umstrittene Erhebungsmethode neu an. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) zeigte sich erstaunt über die Schlussfolgerung, die Vorratsdatenspeicherung sei sinnlos.

Hingegen sieht sich das Justizministerium in seiner Kritik an der Speicherung bestärkt. Das Freiburger Max-Planck-Institut für Strafrecht kommt in der vom Justizministerium veröffentlichten Studie zu dem Schluss, die Vorratsdatenspeicherung habe keine wesentliche Bedeutung für die Strafverfolgung.

_____

Der Wegfall der Speichermethode nach dem Verfassungsgerichtsurteil von 2010 könne nicht als Grund für Veränderungen bei der Aufklärungsquote von Straftaten herangezogen werden. Gegenwärtig könnten die Auswirkungen des Richterspruchs noch nicht mit belastbaren Zahlen quantifiziert werden, betonten die Wissenschaftler.

Er sei schon "etwas erstaunt" über die Schlussfolgerung, dass die Vorratsdatenspeicherung sinnlos sei, sagte Friedrichs Sprecher Jens Teschke. Das Max-Planck-Institut habe selbst darauf hingewiesen, nur eine "Momentaufnahme" mit "unsicherer statistischer Datengrundlage" vorgelegt zu haben. Dies stelle die ganze Studie "ein bisschen doch infrage", sagte Teschke.

Auch der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach zog die Studie in Zweifel. Mehr als das Gutachten beeindrucke ihn die "umfangreiche Fallsammlung der Landeskriminalämter", die nachgewiesen habe, dass die Vorratsdatenspeicherung für die Strafverfolgung unerlässlich sei, sagte der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Die Chefin der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, kritisierte es als unverständlich, wenn Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) mit seiner solchen Studie "eine Lücke in unserer Sicherheit" zu rechtfertigen versuche.

Leutheusser-Schnarrenberger verteidigte ihren Vorschlag, Daten nur im Fall eines konkreten Verdachts zu speichern. "Der Bürger, der nichts zu verbergen hat, weil er unschuldig ist, der darf nicht überwacht und kontrolliert werden", sagte sie dem Sender HR-Info. Sie zeigte sich zuversichtlich über die Einigungschancen der Koalition noch in der ersten Jahreshälfte.

Linke und Grüne unterstützten die Haltung des Justizministeriums. "Das Gutachten belegt wissenschaftlich fundiert die Unverhältnismäßigkeit der anlasslosen Speicherung der Telekommunikationsdaten aller Bürgerinnen und Bürger", erklärte der Linken-Datenschutzexperte Jan Korte. Der Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz bezeichnete das Gutachten als "weitere Ohrfeige für die einseitige Kampagne der Vorratsdatenbefürworter".

Die schwarz-gelbe Koalition streitet um die Vorratsdatenspeicherung, seit die bisherige Regelung von Karlsruhe gekippt wurde. Leutheusser-Schnarrenberger will die Daten nur nach konkreten Anhaltspunkten für Straftaten im Rahmen des sogenannten Quick-Freeze-Verfahrens speichern lassen. Die Union fordert dagegen die vorsorgliche Datenspeicherung für sechs Monate. Deutschland hat eine EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung bislang noch nicht umgesetzt.

©AFP 2012
Foto: Paul J. Richards

Gütersloher Blatt / Netzwelt / Koalition streitet weiter über Vorratsdatenspeicherung
Aktuelles zu Gesundheit

Gesundheitsminister Daniel Bahr will Krankenkassen zu Prämien-Ausschüttung zwingen

News image

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will die Ausschüttung von Prämien finanziell gut aufgestellter Krankenkassen erzwingen. Notfalls müsse der Gesetzgeber handeln, sagte der liberale Politiker der "Frankfurter Allgemeinen ...

Weiterlesen ...

Ärzte: Veraltete Gebührenordnung trägt Mitschuld an Betrugsvorwürfen

News image

Die Ärzte machen die veraltete Gebührenordnung mit für Betrugsvorwürfe verantwortlich."Die Gebührenordnung ist auf dem Stand von vor 20 Jahren", sagte der Präsident der Berliner Ärztekammer, Günther Jonitz, ...

Weiterlesen ...
Neuigkeiten aus aller Welt

Jemen: Rund 100 Tote und 300 Verletzte bei Selbstmordanschlag

News image

Sanaa - Bei einem Selbstmordanschlag auf die jemenitische Armee sind nach Militärangaben mindestens 96 Menschen getötet und fast 300 weitere verletzt worden. Ein Soldat sprengte sich inmitten seiner ...

Weiterlesen ...

Mindestens 16 Tote bei Kämpfen in Syrien

News image

Bei dem Beschuss der syrischen Stadt Souran in der zentral gelegenen Provinz Hama durch die syrische Armee sind am Sonntag mindestens 16 Menschen getötet worden.Unter den Opfern ...

Weiterlesen ...
Vermischte Neuigkeiten

Sonnenfinsternis erregt Aufsehen - Millionen Menschen beobachten "Feuerring"

News image

Tokio - Millionen Menschen auf beiden Seiten des Pazifiks sind Zeugen eines seltenen Naturschauspiels geworden: Durch eine Sonnenfinsternis bildete sich am Morgen ein "Feuerring" am Himmel über ...

Weiterlesen ...

Drei Tote bei Erdbeben in Norditalien

News image

Rom - Bei einem starken Erdbeben sind in der Nacht im Nordosten Italiens mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Zivilschutzbehörde und der Feuerwehr handelte ...

Weiterlesen ...
Banner
Banner