Ralph Brinkhaus MdB informiert sich über Energieoptimierung im Lind Hotel
Rietberg. Um Ressourcen zu schonen, Energie sinnvoll einzusetzen und Energiekosten gering zu halten, setzt das Rietberger Lind Hotel seit Januar 2010 auf Strom und Wärme aus eigener Produktion.
Die Marienfelder Unternehmensgruppe Eggersmann, die das Vier-Sterne-Hotel betreibt, will damit auch zeigen, wie nachhaltiger Klimaschutz ökonomisch in einem Hotel umsetzbar ist. Der direkt gewählte CDU-Bundestagsabgeordneten Ralph Brinkhaus informierte sich jetzt vor Ort über das umweltfreundliche Konzept zur Energieoptimierung.
Die Hotel- und Gastronomiebranche ist energieaufwendig: Gästezimmer, Restaurants, Saunen, Wellnessbereiche, Küchen und Kühlkeller müssen fast ständig beheizt oder gekühlt werden. Die Energiekosten sind darum für viele Häuser ein erheblicher Kostenfaktor mit steigender Tendenz.
„Im Zuge der Hotelerweiterung und dem damit verbundenen Mehrbedarf an Energie haben wir uns darum zur eigenen Energiegewinnung durch ein Blockheizkraftwerk entschieden,“ sagte Johannes Kürpick, Direktor des Lind Hotels. Diese Technik der so genannten Kraft-Wärme-Kopplung passe hervorragend in das Energiekonzept des Hotels, bei dem schon beim Bau hohe Energiestandards berücksichtigt wurden.
Installiert hat die Anlage die Brockbals GmbH, die sich auf diese Technik spezialisiert hat. Kreishandwerksmeister Burkhard Brockbals erklärte, dass gerade Hotels wegen ihres ganzjährig hohen Warmwasserbedarfes für eine Versorgung durch ein Blockheizkraftwerk (BHKW) besonders geeignet seien und beschreibt das technische Prinzip als eine Strom erzeugende Heizung. Ein spezieller Toyota-Motor treibt einen Generator an, der Strom erzeugt. Dabei entsteht Wärme, die über einen Wärmetauscher nutzbar gemacht wird. Der erzeugte Strom wird direkt im Hotel verwendet, anfallende Überschüsse werden in das öffentliche Netz gespeist. Die Wärme wird in den Heizkreislauf eingespeist und zur Warmwasser-Erzeugung genutzt. Das Blockheizkraftwerk erbringt eine Heizleistung von 17 bis 30 kW und eine elektrische Leistung von 6 bis 15,2 kW und wird mit Erdgas betrieben.
Thomas Hein, Geschäftsführer der Eggersmann-Gruppe, stellte die weiteren Maßnahmen vor, mit denen aus den vorhandenen Ressourcen ein möglichst hoher Nutzungsgrad erzielt werden soll. So gehören zum Energiekonzept des Hotels die Abwärmenutzung der Tiefkühlgeräte und der Verbundkälte sowie das Nachheizen über das BHKW. Reichen diese drei Wärmeerzeuger zur Warmwasserversorgung nicht aus, wird zusätzlich mit zwei Gasbrennwertkesseln nachgeheizt. Zur Energieverteilung werden Hocheffizienzpumpen eingesetzt. Die Kühlung der Großkühlgeräte erfolgt bedarfsgerecht, ebenso die Klimatisierung der Gästezimmer. Die ganzheitliche Abrundung des Energiekonzeptes bildet eine leistungsfähige Fotovoltaikanlage auf dem Hoteldach.
„Der drohende Klimawandel erfordert ein Umdenken in der Energiegewinnung und -verwendung. Darum müssen wir die vorhandenen Energieträger effizienter nutzen, Potenziale zur Energieeinsparung und zur Nutzung erneuerbarer Energien weiter ausschöpfen und voranbringen. Das ist dem Lind Hotel hervorragend gelungen“, zeigte sich Ralph Brinkhaus beeindruckt vom Energiekonzept und der konsequenten Umsetzung. Er sieht in der Umwelteffizienz „eine Riesenchance“ und weist darauf hin, dass der Einsatz von BHKW durch das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz gefördert wird. Die Förderung erfolgt durch einen Zuschlag bei der Einspeisung des Stroms. Zur staatlichen Förderung gehören weiterhin auch Steuererleichterungen, wie z.B. die Erstattung der Mineralölsteuer für den eingesetzten Brennstoff. Selbst produzierter Strom unterliegt auch nicht der Ökosteuer.
Bildzeile: Dipl-Oec. Friedhelm Drüner (Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft), Burkhardt Brockbals (Geschäftsführer Brockbals GmbH), Ralph Brinkhaus (MdB), Johannes Kürpick (Direktor Lind Hotel) und Thomas Hein (Geschäftsführung Eggersmann-Gruppe)









