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Gütersloher Blatt / Regionales / Altwerden im Kreis Gütersloh

Altwerden im Kreis Gütersloh

Altwerden im Kreis Gütersloh Gütersloh - Im Gesundheitsprojekt „Mit Migranten für Migranten – Interkulturelle Gesundheit in Nordrhein-Westfalen“ fand jetzt im Kreishaus Gütersloh eine Schulung für Gesundheitsmediatoren zum Thema „Alter, Pflege und Gesundheit“ statt. Konrad Röhl, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Oberarzt der LWL-Tagesklinik sowie der psychiatrischen Ambulanz in Halle/Westf., informierte die Teilnehmerinnen unter anderem über Ernährungs- und Trinkempfehlungen, Impfungen, Schmerzen und Medikamenteneinnahme im Alter.

Was ist eine Betreuungs- oder Vorsorgevollmacht und was ist bei dementiellen Erkrankungen zu beachten? Auch diese Fragen klärte Röhl in seinem Vortrag. Wie kann man sich Unterstützung und Hilfe im Kreis Gütersloh holen? Darüber referierte Monika Sauer, Sachgebietsleiterin von der Abteilung Arbeit und Soziales des Kreises Gütersloh. Ihr Schwerpunkt waren die Themen Pflegebedürftigkeit, Pflegestufen und Pflegeversicherung.
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Das Projekt MiMi will vor allem eines: Die Gesundheit von Migranten verbessern, den Zugang zum deutschen Gesundheitssystem erleichtern und auf diese Weise die Integration stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden im Kreis Gütersloh bereits vor drei Jahren gut integrierte Migrantinnen und Migranten zu Gesundheitsmediatoren ausgebildet. Sie unterstützen und informieren ihre Landsleute in der jeweiligen Muttersprache über das deutsche Gesundheitssystem und andere Themen der Gesundheitsförderung und Prävention.

Christel Kunz von der Abteilung Gesundheit im Kreis Gütersloh ist stolz: „Unsere Mediatoren haben bereits mehr als 70 Informationsveranstaltungen durchgeführt.“ Themen der Veranstaltungen unter dem Dachmotto „Mit Migranten für Migranten“ waren zum Beispiel die seelische Gesundheit, Kindergesundheit und Unfallprävention sowie Ernährung und Bewegung.

Die mehrsprachigen Informationsveranstaltungen finden beispielsweise in Familienzentren, Kindergärten, Grundschulen, Gemeindehäusern, Jugendhäusern, Kliniken sowie in Räumlichkeiten der Wohlfahrtsverbände und der Sport- und Kulturvereine des Kreises Gütersloh statt. Die Mediatoren erhalten für die Durchführung ein Honorar, das bei Bedarf auch aus Projektmitteln finanziert werden kann.

Bisher wurde das MiMi-Gesundheitsprojekt vom Gesundheitsministerium NRW, vom BKK Bundes- und Landesverband und dem Unternehmen Janssen-Cilag gefördert. Im Kreis Gütersloh beteiligen sich zudem die BKK Miele und die Bertelsmann BKK an der Finanzierung des erfolgreichen Gesundheitsprojektes. Projektträger ist das Ethno-Medizinische Zentrum in Hannover.

Informationen über das Projekt „Mit Migranten für Migranten“ sind beim Kreis Gütersloh bei der Geschäftsstelle der Gesundheitskonferenz unter Telefon 0 52 41 / 85-16 60 oder bei der BIGS (Bürgerinformation Gesundheit und Selbsthilfekontaktstelle des Kreises Gütersloh) unter Telefon 0 52 41 / 82 35 86 erhältlich.

Zum Hintergrund: Über 60-jährige Migranten
Über eine halbe Million Zuwanderer aus der Türkei, Italien, Spanien, Portugal, Griechenland und dem ehemaligen Jugoslawien, die in den 60er und 70er Jahren als so genannte Gastarbeiter nach Deutschland kamen, sind heute im Rentenalter. Sehr viele sind, anders als von ihnen geplant, nicht in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt. Im Gegensatz zu den Gastarbeitern waren viele Spätaussiedler aus unterschiedlichen Ländern schon im Pensionsalter, als sie in den 80ern und 90ern einwanderten und sich damit einen Lebenstraum erfüllten. Obwohl in Deutschland einiges anders war, als erhofft, blieben die meisten. Viele holten ihre Familien nach.

Prognosen gehen davon aus, dass im Jahr 2020 mehr als zwei Millionen über 60-jährige Migranten in Deutschland leben werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass Migranten häufiger in Frührente gehen und öfter unter Krankheiten und Behinderungen leiden.

Bild:
Vorne (v.l.): Petra Lummer, BIGS; Referentin Monika Sauer, Kreis Gütersloh, Abteilung Arbeit und Soziales; Christel Kunz, Kreis Gütersloh, Abteilung Gesundheit; Referent Konrad Röhl, Oberarzt der LWL-Tagesklinik in Halle. Dahinter die Schulungsteilnehmerinnen (v.l.): Sinaida Schilow, Verena Bax (Praktikantin beim EMZ), Feride Yamac, Seval Kocak, Anila Börger; Behiye Shemunkasho, Irina Kopp und Irina Scheit.

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