Schmallenberg-Virus: In zwei Beständen sind Fälle bestätigt
Kreis Gütersloh - Im Kreis Gütersloh sind inzwischen zwei Fälle des Schmallenberg-Virus bestätigt.
In Rietberg und in Rheda-Wiedenbrück sind in Schafbeständen Lämmer tot beziehungsweise mit Missbildungen geboren worden, bei denen inzwischen die Untersuchungen einen positiven Befund ergeben haben. Weitere Verdachtsfälle werden aus Beständen in Rietberg, Harsewinkel-Marienfeld und Halle/Westf. gemeldet. „In den Beständen sind mehrere Lämmer tot geboren“, erläutert Dr. Johanna Neudecker von der Abteilung Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung des Kreises Gütersloh.
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Ein bestätigter Fall beziehungsweise ein Verdachtsfall bedeute ein betroffener Bestand. Nach einer positiven Probe werden keine weiteren Tiere aus dem gleichen Bestand amtlich untersucht. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch diese Tiere wegen des Schmallenberg-Virus tot oder missgebildet sind, liege auf der Hand.
Die Veterinäre des Kreises Gütersloh können den Seuchenverlauf momentan nur wissenschaftlich begleiten. „Es gibt derzeit keine Möglichkeit, das Virus einzugrenzen oder zu bekämpfen“, erläutert Dr. Neudecker. Einzige Hoffnung sei die Entwicklung eines Impfstoffes. Der erste Fall im Kreis Gütersloh wurde am 16. Januar positiv bestätigt. Bis die Laboruntersuchungen vorliegen, vergehen zirka zwei Wochen. Nach bisherigen Erkenntnissen ist das Virus bereits im Spätsommer beziehungsweise Herbst von Gnitzen übertragen worden. Es kann für Schafe, Ziegen und Rinder gefährlich werden.
Während das Virus für die infizierten Tiere selbst relativ harmlos verlaufe, schädige es bei trächtigen Tieren den ungeborenen Nachwuchs. Die erkrankten Lämmer und Kälber kommen schwer missgebildet und nicht lebensfähig zur Welt. Da die Saison für das Ablammen gerade erst begonnen hat, rechnen die Veterinäre in den kommenden Wochen auch mit weiteren Verdachtsfällen im Kreisgebiet.
Verdachtsfälle aus noch nicht betroffenen Beständen sollten unbedingt der Abteilung Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung gemeldet werden, auch wenn eine Meldepflicht noch nicht besteht. Die Daten werden an das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) weitergeleitet und ausgewertet. Mittlerweile gibt es in Deutschland über 50 bestätigte Fälle und über 100, die noch untersucht werden müssen.
Das Schmallenberg-Virus wurde erstmals im Frühherbst 2011 nachgewiesen und ist benannt nach dem Ort des ersten Erkrankungsnachweises im Sauerland. Bislang sind ausschließlich Wiederkäuer betroffen.
Übertragen wird das Virus nach heutigem Stand von Insekten, nicht von Tier zu Tier. Für den Menschen ist das Virus nach bisherigen Erkenntnissen nicht gefährlich. Selbst beim Verzehr von Fleisch der infizierten Tiere besteht keine Gefahr der Übertragung des Erregers.
Weitere aktuelle Informationen zum Schmallenberg-Virus finden sich im Internet unter www.lanuv.nrw.de und auf den Seiten des Friedrich-Löffler-Instituts des Bundes unter www.fli.bund.de sowie unter www.laves.de (Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit).








