Schulprojekt macht schlau im Umgang mit Facebook und Co.
Gütersloh - Nahezu alle Jugendlichen nutzen heute ganz selbstverständlich das Internet. 80 Prozent aller 14-15-Jährigen haben einen eigenen Computer. Am liebsten kommunizieren sie mit Freunden in sozialen Netzwerken.
Dass ihre „Unterhaltung“ auch von Nicht-Freunden gelesen, ihre Daten oder ihre Fotos unbearbeitet oder bearbeitet weitergegeben werden könnten, überlegen viele nicht.
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Ana Lena Nunes Pereira ist fast täglich bei „facebook“. Die 15-jährige Schülerin der Pestalozzischule hat viele Freunde. Als sie mit neun weiteren Schülern und Schülerinnen aus den Jahrgängen 8 und 9 eine Ausbildung als „Smart User“ (frei übersetzt intelligente Nutzer) an der Schule startete, staunte sie zunächst mal, was öffentlich von ihr zu lesen war. Mario Kröger erging es ähnlich. Der 15-jährige chattet mehrfach in der Woche mit engen Freunden. „Wir haben sofort unsere Profile gesichert,“ sagen die beiden nun.
Die Ausbildung, ein Präventionsprojekt zum sicheren Umgang mit dem Internet, dauert acht Vormittage. Sie startete im Februar. Ende Juni folgt ein abschließender Elternabend. Das Präventionsangebot für Jugendliche wurde vor zwei Jahren vom Verein „Innocence in Danger“ und vier weiteren Vereinen und Organisationen entwickelt, gefördert vom Bundesministerium für Familie.
Die Projekte werden bundesweit kostenfrei durchgeführt, in Ostwestfalen-Lippe von dem Bielefelder Verein „EigenSinn“. Die Mitarbeiterin Isabel Venne und Mitarbeiter Philip Karsch führen es in Kooperation mit der Schule und dem städtischen Fachbereich „Jugend und Bildung“ durch. Ziel ist es, interessierte Jugendliche so anzuleiten, dass sie ihr Wissen weitergeben können.
Jugendschutzbeauftragte Ranka Bijelic und Silke Büttner, Sozialarbeiterin der Schule, haben für das kommende Schuljahr bereits Internetpausen geplant, in denen die „Smart User“ für Fragen und Hilfen rund um Internet und Einstellungen zur Verfügung stehen.
Auch Lehrer und Lehrerinnen sollen noch fortgebildet werden. „Den Kindern war nicht bewusst, wie öffentlich ihre Einträge waren“ sagt Silke Büttner, sie hätten grundsätzlich allen Nutzern vertraut. Jetzt wissen sie, dass es auch andere Interessen an den Daten gibt, sind sensibilisiert für Mobbing, sexuelle Gewalt und „Abzocke“ im Internet, kennen grundlegende und Urheberrechte.
Bild:
Mario Kröger und Maurice Schiller haben die Internetseite des Projekts „Smart-User“ aufgerufen, hinter ihnen Lehrer Ingo Hell-Hübner, Isabel Venne und Philip Karsch (Verein EigenSinn), Ana Lena Nunes Pereira, Janine Gottwald und Fitore Jusufi, v.l.










